Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Kolleginnen und Kollegen,

die Einladung zur ANIM 2021 – der 38. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die vom 21.01.2021 bis 23.01.2021 als digitale Veranstaltung stattfinden wird, fällt in eine Zeit, in der sich Deutschland, Europa und viele andere Länder in der Welt in einer der größten medizinischen und wirtschaftlichen Krisen seit dem 2. Weltkrieg befinden. Die medialen Informationen überschlagen sich und die gesetzlichen Verordnungen haben das tägliche Leben gelähmt. Die bisher gekannte Sicherheit und Freiheit unserer Gesellschaft wurde plötzlich in Frage gestellt.

Von vielen dieser medizinischen und gesetzlichen Entscheidungen, die in dieser Krisenzeit getroffen werden, ist auch die Neuro-Intensivmedizin direkt oder indirekt betroffen. Wie vielleicht nie zuvor wird deutlich, wie wichtig es für uns als Mediziner ist, dass die erfolgreiche Betreuung und Therapie unserer Patientinnen und Patienten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und wie wichtig der rasche und ungehinderte Austausch dieses Wissens zwischen Wissenschaftlern und Ärzten ist, um solch ungeheuren Herausforderungen begegnen zu können.

Dies ist nicht immer einfach. Finden wir doch, dass gerade in den letzten Jahren unser ärztliches Denken und Handeln zunehmend durch wirtschaftliche und politische Interessenkonflikte beeinflusst, bisweilen gar behindert wird. Eines scheint jedoch sicher: Nur gemeinsam, nur im Verbund und Austausch, in steter Kommunikation und basierend auf wissenschaftlicher Evidenz werden wir solche komplexen und globalen Probleme wie die Covid-19-Pandemie lösen und zum Wohl unserer Patienten agieren können. Die ANIM war schon immer eine solche Plattform, auf der die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Fragestellungen präsentiert, kontrovers diskutiert und im interdisziplinären Gespräch erarbeitet wurden.

Die Digitalisierung hat auch die Kongressveranstaltungen erreicht, was eine besondere Herausforderung für die Interaktion zwischen den Kongressteilnehmern bedeutet. Die persönliche Kommunikation auf der ANIM hat immer eine herausragende Rolle gespielt. Wir werden daher große Anstrengungen unternehmen, damit Sie auch beim digitalen Kongress die Möglichkeiten zur fachlichen Diskussion und zum Erfahrungsaustausch in bestmöglicher Form wahrnehmen können.

Mit herzlichen und kollegialen Grüßen

Ihr
Prof. Dr. Eberhard Uhl